Anspruch


Allgemeines
Massgebend für den Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung sind ausschliesslich die Verhältnisse im Zeitpunkt der Geburt. Ob die Mutter nach der Niederkunft weiterhin als erwerbstätig gilt, ist unerheblich.


Anspruchsberechtigte Personen
Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung (MSE) haben Frauen, die im Zeitpunkt der Niederkunft

  • Arbeitnehmerinnen sind,
  • Selbständigerwerbende sind oder im Betrieb des Ehemannes oder der Familie mitarbeiten und einen Lohn vergütet erhalten,
  • arbeitslos sind und entweder bereits ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung beziehen oder die Anspruchsvoraussetzungen für die ALV-Taggelder erfüllen,
  • wegen Krankheit, Unfall oder Invalidität arbeitsunfähig sind und deswegen Leistungen einer Sozial- oder Privatversicherung beziehen, sofern dieses Taggeld auf einem vorangegangenen Lohn berechnet wurde; oder in einem gültigen Arbeitsverhältnis stehen, aber keine Lohnfortzahlung oder Taggeldleistung erhalten, weil der Anspruch ausgeschöpft ist.

 

Anspruchsvoraussetzungen
Der Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung entsteht, wenn die Anspruchsberechtigten während neun Monaten unmittelbar vor der Niederkunft Wohnsitz in der Schweiz hatten und damit im Sinne des AHV-Gesetzes obligatorisch versichert waren.
Im Falle einer vorzeitigen Geburt reduziert sich diese Frist auf

  • 6 Monate bei Niederkunft vor dem 7. Schwangerschaftsmonat
  • 7 Monate bei Niederkunft vor dem 8. Schwangerschaftsmonat
  • 8 Monate bei Niederkunft vor dem 9. Schwangerschaftsmonat

und
in dieser Zeit mindestens fünf Monate lang einer Erwerbstätigkeit ausgeübt haben.
Versicherungs- und Beschäftigungszeiten, die im EU- und EFTA-Raum zurückgelegt wurden, werden angerechnet. Diese müssen jedoch vom ausländischen Versicherungsträger mit dem Formular E104 belegt werden.

 

Dauer des Anspruchs
Der Anspruch beginnt am Tag der Niederkunft und endet spätestens nach 14 Wochen bzw. 98 Tagen. Wenn die Mutter die Erwerbstätigkeit während dieser Zeit ganz oder teilweise wieder aufnimmt oder stirbt, endet der Anspruch vorzeitig. Bei längerem Spitalaufenthalt des Kindes kann die Mutter beantragen, dass der Anspruch auf Entschädigung erst mit der Heimkehr des Kindes beginnt.

 

Vorrang der Mutterschaftsentschädigung
Besteht bei der Geburt des Kindes ein Anspruch auf Taggelder der

  • Arbeitslosenversicherung
  • Invalidenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Militärversicherung oder auf
  • Grundentschädigung für Dienstleistende

geht die Mutterschaftsentschädigung vor. Sie entspricht mindestens dem bisher bezogenen Taggeld.