Nichterwerbstätige

 

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Allgemeines

Alle in der Schweiz wohnenden oder erwerbstätigen Personen sind in der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), in der Invalidenversicherung (IV) und der Erwerbsersatzordnung (EO) versichert und müssen Beiträge bezahlen.

» Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)
» Erwerbsersatzordnung (EO)

 

Wer gilt als nicht erwerbstätig?

Die AHV unterscheidet zwischen Erwerbstätigen und Nichterwerbstätigen.

Als Nichterwerbstätige gelten Personen, die kein oder nur ein geringes Erwerbseinkommen erzielen, namentlich:

  • vorzeitig Pensionierte
  • Teilzeitbeschäftigte
  • Bezügerinnen und Bezüger von IV-Renten
  • Studierende
  • Weltreisende
  • ausgesteuerte Arbeitslose
  • Geschiedene
  • Verwitwete
  • Ehefrauen und Ehemänner von Pensionierten

 

Als Nichterwerbstätige beitragspflichtig sind auch Versicherte,

  • die zwar erwerbstätig sind, deren jährliche Beiträge aus der Erwerbstätigkeit inklusive Arbeitgeberbeiträge jedoch weniger als CHF 478 (Stand 2016) betragen,
  • die nicht dauernd voll erwerbstätig sind und deren Beiträge aus der Erwerbstätigkeit inklusive Arbeitgeberbeiträge weniger als die Hälfte der Beiträge ausmachen, die sie als Nichterwerbstätige entrichten müssten. Als nicht dauernd voll erwerbstätig gilt, wer weniger als 9 Monate im Jahr oder weniger als 50 Prozent der üblichen Arbeitszeit erwerbstätig ist.

 

Beitragspflicht

Nichterwerbstätige müssen ab 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres Beiträge an die AHV, IV und EO entrichten. Die Beitragspflicht endet, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht ist.

» Rentenalter

Die Beiträge sind lückenlos zu bezahlen. Fehlende Beitragsjahre können zu einer Kürzung der Renten führen.

 

Ausnahmen

Wenn keine Vermögenswerte über CHF 300’000 und keine Renteneinkommen vorhanden sind, müssen Nichterwerbstätige keine eigenen Beiträge bezahlen, wenn ihr Ehepartner im Sinne der AHV erwerbstätig ist und mindestens Beiträge in der Höhe von CHF 956 (doppelter Mindestbeitrag) entrichtet.

Das Beitragsstatut bei Personen, die aus AHV-rechtlicher Sicht als Nichterwerbstätige gelten, kann erst nach Berechnung des Grenzwertes durch die Ausgleichskasse definitiv festgelegt werden.

 

Beiträge

Als Grundlagen für die Berechnung der Beiträge dienen das Vermögen und das 20fache jährliche Renteneinkommen. Bei Verheirateten bemessen sich die Beiträge, ungeachtet des Güterstands, auf der Hälfte des ehelichen Vermögens und Renteneinkommens. Es ist nicht möglich, freiwillig höhere Beiträge zu zahlen.

 

Familienzulagen

Nichterwerbstätige haben ebenfalls einen Anspruch auf Familienzulagen. Sie haben dafür einen Anteil von 20 Prozent auf ihren AHV-Beiträgen, welche den Mindestbeitrag nach Artikel 10 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung übersteigen, zu leisten.

 

Vermögen

Zum Vermögen gehören das gesamte reine in- und ausländische Vermögen. Dazu gehören ferner:

  • Sparhefte
  • Wertpapiere
  • Liegenschaften
  • Vermögen, an welchem dem Versicherten die Nutzniessung zusteht
  • Rückkaufwert von Lebensversicherungen

 

Renteneinkommen

Zum Renteneinkommen gehören wiederkehrende Leistungen (in der Schweiz und im Ausland), die weder durch eine Erwerbstätigkeit erzielt werden, noch den Ertrag massgebenden Vermögens darstellen. Dazu gehören insbesondere:

  • Renten und Pensionen aller Art
  • Alters- und Hinterlassenenrenten
  • Unterhaltsleistungen des geschiedenen Ehegatten (ohne Kinderanteil)
  • Kinderrenten, auf welche nicht die Kinder einen eigenen Rechtsanspruch haben (z.B. Kinderrenten des BVG und UVG)
  • Taggelder von Kranken- und Unfallversicherungen
  • Stipendien und ähnliche Zuwendungen
  • Mietwert der unentgeltlich zur Verfügung gestellten Wohnung
  • Regelmässige Zuwendungen Dritter (z.B. von Freunden und Verwandten)
  • Überbrückungsrenten der beruflichen Vorsorge
  • Erwerbseinkommen der Ehefrau oder des Ehemannes, welches nicht der Beitragspflicht der schweizerischen Versicherung unterliegt

 

Nicht zum Renteneinkommen gehören

  • Familienrechtliche Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge
  • Leistungen der eidgenössichen IV
  • Ergänzungsleistungen zur AHV und IV

 

Anrechnung der Beiträge auf Erwerbseinkommen

Nichterwerbstätige mit einem geringen Erwerbseinkommen (zum Beispiel aus Teilzeitarbeit) können bei ihrer Ausgleichskasse verlangen, dass ihre Beiträge vom Erwerbseinkommen an ihre Beiträge als Nichterwerbstätige angerechnet werden.

 

Anmeldung

Nichterwerbstätige, deren Wohnsitz im Kanton Appenzell Ausserrhoden liegt:

Sozialversicherungen
Appenzell Ausserrhoden
Neue Steig 15
Postfach 1047
9102 Herisau

Tel. 071 354 51 51
Fax 071 354 51 52

 

Informationen zum Thema

» Weisungen und Wegleitungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen