Die wichtigsten Neuerungen der Reform


Einführung Vermögensschwelle für Anspruch
Wer mehr als 100'000 Franken Vermögen besitzt, bekommt keine Ergänzungsleistungen (EL) mehr. Bei Ehepaaren beträgt die Schwelle 200'000 Franken. Bisher war es unter Umständen möglich, dass auch Personen Ergänzungsleistungen beziehen, die höhere Vermögen haben. Die eigene Wohnung oder das eigene Haus wird für die Berechnung der Vermögensschwelle nicht herbeigezogen. Menschen, die auf Ergänzungsleistungen angewiesen sind, haben so meistens die Möglichkeit, im eigenen Heim zu bleiben.

Geringere Freibeträge beim Vermögen
Der Freibetrag auf dem Vermögen wird gesenkt. Er beträgt neu 30'000 Franken für Alleinstehende und 50'000 Franken für Ehepaare. Bisher waren es 37'500 beziehungsweise 60'000 Franken. Der Freibetrag bezeichnet jenen Teil des Vermögens, der nicht angetastet werden muss.

Erben müssen zurückzahlen
Übersteigt der Nachlass eines EL-Bezügers 40'000 Franken, müssen die Erben das Geld über diesem Betrag dafür verwenden, die bezogenen Ergänzungsleistungen des Verstorbenen an die EL-Stelle zurückzuzahlen.

Höhere Mietausgaben berücksichtigt
Neu werden bei den sogenannten Mietzinsmaxima ab 2021 die unterschiedlichen Mietzinsbelastungen in den Grosszentren (Region 1), in der Stadt (Region 2) und auf dem Land (Region 3) berücksichtigt. Die EL tragen auch der Anzahl Personen Rechnung, die gemeinsam in einem Haushalt leben.

Monatliche Höchstbeträge nach Haushaltsgrösse und Region (ab 2021)


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Für Personen, die im Konkubinat oder in einer Wohngemeinschaft leben, kann der Beitrag an die Miete jedoch geringer werden, weil neu die Anzahl aller im Haushalt lebender Personen in die Beitragsberechnung miteinbezogen wird.
Der Zuschlag für rollstuhlgängige Wohnungen wird ebenfalls erhöht von 3'600 auf 6'000 Franken pro Jahr.

Weniger Geld für Kinder
Die Ansätze für den Lebensbedarf von Kindern unter 11 Jahren werden gesenkt. Bei älteren Kindern bleiben die heutigen Ansätze bestehen. Bei den meisten EL-Bezügern mit Kindern handelt es sich um Personen, die eine IV-Rente beziehen.

Einkommen des Ehepartners wird stärker gewichtet
Wie viel EL jemand bekommt, hängt auch vom Einkommen des Ehepartners ab. Neu wird dieses zu 80 Prozent angerechnet, bisher nur zu zwei Dritteln. Bezieht der Ehepartner eine IV-Rente, wird dieses Geld voll angerechnet.

Übermässiger Verbrauch des Vermögens wird angerechnet
Wer sein Vermögen «ohne wichtigen Grund» um mehr als 10 Prozent pro Jahr verbraucht, soll weniger Ergänzungsleistungen bekommen. Bisher musste nur mit Kürzungen rechnen, wer sein Vermögen verschenkt hat.

Effektive Krankenkassenprämie werden berücksichtigt
Ab 2021 werden die tatsächlich bezahlten Krankenkassenprämien vergütet. Die Prämie darf aber nicht höher als die regionale Durchschnittsprämie sein. Diesen legt das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) Ende Oktober 2020 für das Jahr 2021 fest. Bisher wurde jeweils der Pauschalbetrag in Höhe der Durchschnittsprämie ausbezahlt.

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