Fallbezogene Unkostenpauschale

Ab 2010 ist in der AHV-Lohnabrechnung keine prozentuale Unkostenpauschale mehr erlaubt. Die Ausgleichskassen können die von Steuerbehörden anerkannten Unkosten akzeptieren, sofern die Bestimmungen des AHV-Rechts eingehalten werden.

Unkosten, wie sie zum Beispiel für Arbeitnehmende im Aussendienst anfallen, zählen nicht zum massgebenden Lohn, auf dem Beiträge an die erste Säule zu entrichten sind. Für Unkosten, die nicht mit Belegen ausgewiesen oder in Spesenreglementen festgehalten sind, konnten bestimmte Berufsgruppen bisher pauschal einen prozentualen Abzug vornehmen. So zum Beispiel Handelsreisende.

Anders als die Ausgleichskassen tolerieren die Steuerbehörden seit längerem keine prozentualen Unkostenpauschalen mehr, sondern verlangen, dass die Unkosten individuell im Lohnausweis der Mitarbeitenden deklariert werden. Somit waren bisher unterschiedliche Interpretationen von Steueramt und Ausgleichskasse möglich.

Per 1. Januar 2010 wird es einfacher. Aufgrund einer Änderung der AHV-Verordnung und der Wegleitung über den massgebenden Lohn heben auch die Ausgleichskassen die prozentualen Unkostenpauschalen für bestimmte Berufsgruppen auf.

Ausgenommen sind Kunstschaffende, Artisten, DJs usw. ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz. Für sie bleibt der in der Quellensteuerverordnung vorgesehene Pauschalabzug von 20 Prozent der Bruttoeinkünfte zulässig.

Was heisst das konkret für Arbeitgebende?
Arbeitgebende, die Unkosten im Rahmen der steuerlichen Vorgaben nach Belegen abrechnen, brauchen keine weitere Unterscheidung zwischen beitragspflichtigem Lohn und beitragsfreien Unkosten vorzunehmen. Der effektive Spesenbetrag ist nicht in die Jahresabrechnung mit der Ausgleichskasse aufzunehmen
Liegt ein von der zuständigen Steuerbehörde genehmigtes Spesenreglement vor, hält sich auch die Ausgleichskasse daran, sofern die Bestimmungen des AHV-Rechts eingehalten werden und die Spesen nicht übersetzt sind.
Können die tatsächlichen Spesen nicht belegt werden, so kann – statt einer lohnbezogenen prozentualen – eine fallbezogene Pauschale berücksichtigt werden. Solche Pauschalspesen, etwa für Auto-, Repräsentations- und Kleinspesen, sind bereits heute individuell im Lohnausweis der Mitarbeitenden aufzuführen.