Hilflosenentschädigung

 

 

Wer hat Anspruch auf Hilflosenentschädigung?

Im Sinne der IV hilflos sind minderjährige und volljährige Personen, die bei alltäglichen Lebensverrichtungen wie Ankleiden, Essen, Toilette dauernd auf Hilfe anderer Personen angewiesen sind, dauernde Pflege oder persönliche Überwachung brauchen. Sie haben Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung, wenn sie in der Schweiz wohnhaft sind. Die Hilflosigkeit muss bleibend sein oder ununterbrochen mindestens ein Jahr gedauert haben.

 

Dauer des Anspruches

  • Der Anspruch auf Hilflosenentschädigung kann mit der Geburt beginnen und endet spätestens mit dem Tod.
  • Bei der Hilflosenentschädigung für Minderjährige, kann nur der Mehrbedarf an Hilfeleistung und Überwachung im Vergleich zu einem nicht behinderten Kind gleichen Alters berücksichtigt werden. Je jünger ein Kleinkind ist, desto höher ist der Aufwand an Hilfeleistung und Überwachung auch bei voller Gesundheit.
  • Nach Erreichen des AHV-Alters besteht der Anspruch auf Hilflosenentschädigung im Rahmen der AHV weiter.

 

Weitere Informationen zum Thema:
» Merkblatt Hilflosenentschädigungen der IV

 

Wie wird die Hilflosigkeit bemessen?

Je nach Ausmass der Hilflosigkeit werden drei Schweregrade - leicht, mittel und schwer - unterschieden.

 

Leichte Hilflosigkeit

Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn eine Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln

  • in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist oder
  • dauernde persönliche Überwachung braucht oder
  • durch das Gebrechen bedingt ständige und besonders aufwändige Pflege braucht oder
  • wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Leidens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann.
  • Bei Erwachsenen ist eine leichte Hilflosigkeit ebenfalls erreicht wenn dauernde lebenspraktische Begleitung benötigt wird, sofern die Person selbständig wohnt.

 

Lebenspraktische Begleitung bedeutet

  • ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen können oder
  • für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen sein oder
  • ernsthaft gefährdet sein sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren

 

Mittlere Hilflosigkeit

Die Hilflosigkeit gilt als mittel, wenn eine Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln

  • in mindestens 4 alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist oder
  • in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und ausserdem dauernde persönliche Überwachung braucht oder
  • in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und zudem dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist

 

Schwere Hilflosigkeit

Die Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn eine Person in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und ausserdem dauernde Pflege oder persönliche Überwachung braucht.